2013
11.03

H. ist bei der Techniker Krankenkasse (TK) versichert. Die TK zahlt ihren Mitgliedern für das Jahr 2013 und 2014 jeweils 80 Euro aus ihren Beiträgen zurück. Da kann H. sich über 160 Euro freuen. Tut sie aber nicht.

Die TK nutzt diese Rückzahlung nämlich für eine aufwendige Werbeaktion. Auf ihrer Internetseite erklärt die Krankenkasse potentiellen Neumitgliedern genau, mit wie viel Rückzahlung sie anteilig rechnen dürfen: 10 Euro pro Monat Mitgliedschaft in 2013. Wären eigentlich 120 Euro bei 12 Monaten Mitgliedschaft.

Der Höchsterstattungsbetrag ist aber auf die genannten 80 Euro gedeckelt. Wer zum Beispiel zum 01. Juli in die TK eingetreten ist, bei gleichem monatlichen Beitrag also nur die Hälfte von H.’s Beitrag eingezahlt hat, bekommt immer noch 60 Euro zurück. Das ist schon mal ungerecht, findet H..

Wer zum 01.01.2014 Mitglied der TK wird, bekommt die gleichen 80 Euro für 2014 wie sie, die schon seit 20 Jahren dort ihre Beiträge einzahlt. Ohne zuvor jemals diese „Dividende“, wie die TK es nennt, bekommen zu haben. „Die zahlen jetzt an Neumitglieder aus, was sie seit Jahren aus meinen Beiträgen angehäuft haben!“, meint H.. Wobei die Reserven von 3,7 Milliarden Euro, die die TK angehäuft hat, nicht nur aus H.’s Beiträgen stammen dürften. Da haben die anderen 8,5 Millionen Versicherten der größten deutschen Kasse sicherlich auch zu beigetragen.

Der angesammelte Überschuss von 3,7 Milliarden Euro ist jedenfalls die Höchstsumme an Rücklagen, die die Techniker Krankenkasse  gesetzlich haben darf, und deshalb zahlt sie jetzt diese „Dividende“.

Wobei das Wort „Dividende“ natürlich in die Irre führt. Das klingt nach Konzernen und Aktien. Da die 3,7 Milliarden Euro nicht seit 2013 zusammengekommen sind, Ende 2012 Betrug er schon eine knappe Milliarde (998 Millionen), hätten Anteilsinhaber an Aktiengesellschaften auch schon in den Vorjahren Dividende kassiert oder von der Wertsteigerung ihrer Aktien durch Verkauf profitieren können.

Man hätte natürlich im Zweifelsfall, bei Unverträglichkeit von Generica, öfter mal das Original-Präparat genehmigen können. Oder die Zuzahlungen für Hilfsmittel, z.B. Hörgeräte, nicht kürzen müssen. Oder begleitende Therapien (Physiotherapie, Lymphdrainage) weiterhin genehmigen können. Oder Vorsorgeuntersuchungen (Ultraschall) weiterhin bezahlen. Oder, wie andere Krankenkassen es für ihre Mitglieder tun, denen einmal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung spendieren können.  Gibt bestimmt noch mehr Beispiele. Ich kenne mich da nicht aus, ich bin ja nie krank.

Dann wären aber die hohen Überschüsse nicht zusammengekommen,  die man jetzt zum Teil im Rahmen einer Werbeaktion an Neu-Mitglieder ausschütten kann.  

2 comments so far

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  1. So ein Quatsch!
    Mein Großvater hat das sogenannte Käfersparen mitgemacht ( 5 RM pro Monat ) hat aber nie einen bekommen,soll VW mir jetzt einen schenken?
    Laut der letzten Rentenreform muss ich bis 67 arbeiten, soll ich jetzt heulen weil die vor 01.04.65 geborenen eher gehen dürfen?
    Manno,manno,KK sind Firmen die jede menge Arbeitsplätze schaffen und Gott sei dank aufs Geld aufpassen!
    Fragt doch mal diejenigen die nix einzahlen aber alles in vollen Zügen geniessen, wo die Beitragshöhe herkommt.
    Wenn ihr so schlau seid dann gründet doch eine KK doch bis dahin gilt :
    „Wenn man keine Kenne hat einfach mal die Schnauze halten“
    Ach ja, ich bin Arbeiter und zahle auch jeden Monat 🙂

  2. Das ist natürlich nicht gerechtfertigt! Eigentlich bescheuert, dass der Prozentsatz für Krankenkassen festgelegt ist. Normal sollten einfach die Beiträge für die Krankenkasse sinken. Alternativ könnte man ja eine gratis Zusatzversicherung anbieten.

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