2011
07.05

Schon viele Frauen haben behauptet, ich hätte ungepflegte Hände. Weil ich die nie eincreme, sind sie ziemlich rau. Voller Schwielen vom Arbeiten. Die Fingernägel abgekaut statt manikürt. Auf so etwas achten die. Darum kommen Männer, die sich die Hände nicht schmutzig machen, bei den Damen auch besser an. So metrosexuelle Beckhams und  Clooneys und Robbies und so. Oder so ein Franjo. Wenn man den neuesten Meldungen glaubt: Manikürte Finger, aber Dreck am Stecken. Was uns langsam zum Thema führt.

Dabei können Hände, abgesehen von ihrem Pflegezustand, soviel mehr über ihren Besitzer verraten. Ich meine hier nicht Lebenslinien, aus denen angeblich Charakter und Zukunft gelesen werden können. Im Internet habe ich heute nämlich einen Artikel über eine Studie aus Korea gelesen.  Ich weiß nicht, wie seriös dieser Bericht ist. Die Autorin heißt, oder nennt sich, Cornelia Dick-Pfaff. Und darum geht es auch: Nicht um Pfaffen, sondern den anderen Namensteil.

Auf der Seite Wissenschaft aktuell berichtet die Dame über eine koreanische Studie. Bei 144 Koreanern im Alter von mindestens 20 Jahren, die sich einem urologischen Eingriff unterziehen mussten, hatten Tae Beom Kim vom Gachon University Gil Hospital in Incheon und Kollegen einen bestimmten Zusammenhang beobachtet: Sie maßen die Körpergröße, die Länge von Zeige- und Ringfinger, sowie die Länge des schlaffen und während der Operation unter Betäubung ausgestreckten Glieds. Ich bin beeindruckt, auf diesen Versuchsaufbau muss man erst einmal kommen.

Die Forscher stellten fest: Männer mit einem niedrigeren Zeige-Ringfinger-Verhältnis hatten tendenziell einen längeren Penis. Also: Ist der Zeigefinger, wie bei mir zum Beispiel, kürzer als der Ringfinger und damit das Verhältnis von Zeige- zu Ringfinger klein, so ist der ausgestreckte Penis länger.

Nun war Frau Dick-Pfaff ja nicht an der Studie beteiligt, sie hat es auch nur gelesen. Im „Asian Journal of Andrology“, sagt sie. Dieses Journal gibt es wirklich, erfahre ich im Netz, die Beiträge beschäftigen sich hauptsächlich mit dem Sexualleben asiatischer Männer. Die Studie habe ich so schnell dort jetzt nicht gefunden, das muss aber nichts heißen, ich kann auf der Seite nicht alles lesen, weil ich kein Abonnent bin. Ist auch alles auf englisch. Also gehen wir mal davon aus, dass der Beitrag auf Wissenschaft aktuell seriös und keine Satire ist.

Frau Dick-Pfaff, ich liebe diesen Namen, teilt uns auch mit, wie sich die koreanischen Urologen dieses Phänomen erklären: Als treibende Kraft für diesen Zusammenhang vermuten sie hormonelle Einflüsse in der Zeit im Mutterleib. So wirkt es sich etwa sowohl auf die Längen der Finger als auch auf die des Penis aus, während dieser Entwicklungsphase größeren Mengen an Testosteron ausgesetzt zu sein.

So weit, so gut. Wie immer bleiben Fragen offen. Gilt das jetzt nur für Asiaten in ihrer Erscheinungsform als Koreaner? Nur Süd, oder auch Nord? Oder weltweit? Ist die Länge überhaupt wichtig? Oder doch die Dicke, Frau Dick-Pfaff?  Ratlos schaue ich auf meine Hände. Rau, voller Schwielen, abgekaute Fingernägel. Der Zeigefinger wirkt irgendwie  unnatürlich kurz im Verhältnis zum Mittel- und zum Ringfinger.

2 comments so far

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  1. Wo ist mein Reinol, hat jemand ne Nagelfeile ?

  2. Komm mal nach haus, ich kucke nach…

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