2013
02.12
Kategorie:
Aussem Leben /
Tag:
Bendikt XVI, facebook, Internet, Papamobil, Papst, papst Rücktritt, Passat, Ratzinger, Redaktion, Stellvertreter Gottes, twitter /
Und hier ein Gastbeitrag unseres Mitarbeiters MARCEL KLEIN:
Neuer Papst? Wir haben doch schon einen!
Mit Erstaunen habe ich in den letzten Tagen aus den Medien gelernt, dass es einen zweiten Papst gibt, der sich Benedikt XVI. nennt. Und einen Nachfolger sucht, den man daran erkennt, dass irgendwo weißer Rauch austritt.
Ich habe immer gedacht, es kann nur einen Papst geben, und das ist mein Chef. Er selbst, aber auch wir, seine Mitarbeiter, haben ihn bisher immer für Gottes Stellvertreter auf Erden gehalten. Mein Chef kann alles und weiss alles. Er ist völlig unfehlbar. Manchmal macht zwar auch unser persönlicher Papst Sachen, die wir nicht verstehen. Das sind natürlich keine Fehler. Sie erscheinen uns nur als solche. Weil wir dumme und unbedeutende Arbeiter in Gottes Weinberg den tieferen Sinn in seinem Handeln überhaupt nicht erfassen können. Und auch noch zu sehr auf weltliche Dinge fixiert sind, wie Gehaltserhöhungen. Dann erinnert uns unser Chef-Papst in seiner großen Güte daran, dass hier immer alles nur „ad majorem dei gloriam“ geschieht. Das habe ich auch erst nach vielen Jahren demütigen Dienstes am Herrn erkennen dürfen.
Ganz oft, wenn er nicht gerade im heiligen Facebook liest, hält unser Papst auch Zwiesprache mit seinem Chef im Himmel. Und ruft, oft recht laut, damit der ihn auch hört da oben: „Mein Gott, was ist denn heute schon wieder mit dem Matze los?“ Oder, wenn eine Geschichte sich überhaupt nicht rund machen lässt: „Mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“.
Papassatmobil mit Bischofsstab
Oder, wenn er als eiliger Vater im PapassatMobil unterwegs ist, ruft er den Heiden in seinem heiligen Zorn vor ihm oft ein „Gott verdorrich!“ zu. Ich weiss nicht, ob die das nicht hören oder nur verstockt sind, jedenfalls lassen sie sich häufig nicht so schnell bekehren, die linke Spur zu räumen.
Unser persönlicher Papst kann milde und gnädig sein. Wie oft hat er uns schon abends um 22 Uhr nach nur 14 Stunden Arbeit huldvoll entlassen. Obwohl ich ja durchaus noch hätte die Redaktion putzen können. Oder uns seinen Segen dafür gegeben, Sonntags erst nach der Frühmesse zur Arbeit zu erscheinen.
Aus diesen Beispielen wird wohl jedem Christenmenschen klar, warum ich gedacht habe, unser Chef sei der einzige Papst. Und stolz darauf bin, im Stande der heilig machenden Gnade zu sein, die mich seine Unfehlbarkeit erkennen lässt. Vielen Heiden ist das ja nicht vergönnt, die halten unseren Papst für einen ganz normalen Redaktionsleiter. Mögen sie in der Hölle schmoren.
Klar weiss ich auch auch um die Gerüchte von Gegenpäpsten, die sich im fernen Köln zu diesem Amt aufgeschwungen haben sollen. Aber doch nicht aus Rom, wo dieser Benedikt XVI. scheinbar sein Unwesen treibt. Wahrscheinlich hat der erst jetzt von der Einzigartigkeit unseres Bosses erfahren und tritt deshalb freiwillig zurück. Wegen der Geschichte mit dem weißen Rauch, da mache ich mir auch keine Sorgen, der tritt hier nämlich jeden Tag aus, wenn wir mal das Redaktionsfenster zum Lüften öffnen. Also: Wir brauchen keinen neuen Papst, wir haben schon einen! Wenn sich das auch bis Köln und Rom rumspricht, wäre dann endlich wieder alles im Lot, urbi et orbi.
[...] III: Papam habemus…Telefacts sr_adspace_id = 1000007954907; sr_adspace_width = 300; sr_adspace_height = 250; [...]