“Wann willst Du denn endlich die Hecken schneiden? Wie sieht das denn aus bei uns. Was sollen denn die Leute sagen.” Es ist wieder die Jahreszeit, wo ich mir mindestens einmal pro Tag diese Vorwürfe meiner Mutter anhören darf.
Es ist jedes Jahr das selbe Ritual, ab Ende Mai geht es los. Manchmal auch non-verbal. Wenn sie mitbekommt, dass ich in meiner Redaktion im Fachwerkhaus am Waldesrand sitze, versonnen aus dem Holzsprossenfenster neben meinem Schreibtisch ins Grüne starre, über Geschichten nachdenke – dann läuft die Alt-Bäuerin zur Höchstform auf. Nämlich zunächst von links nach rechts durchs Bild, demonstrativ ächzend quer durch den Hof, stellt sich, gerade noch im 16:9 Bereich, vor das wildwuchernde Weißdornensemble, stemmt die Hände in die Hüfte und schüttelt intensiv den Kopf von links nach rechts, so weit es noch geht. Mit meiner Kontemplation ist es vorbei, ich denke daran, dass man anderswo händeringend nach Darstellern für “Mitten im Leben” sucht. Und dass sie dann auch weniger Langeweile hätte, und mich vielleicht wenigstens während der Video-Konferenz oder beim Gespräch mit dem Polizeipräsidenten mit ihren Tiraden vor meinem Fenster verschonen würde.
Wobei sie inhaltlich Recht hat: So eine ungeschnitten wild in alle Richtungen wuchernde Hecke sieht scheiße aus. Das finden nicht nur “die Leute”, das denke ich auch. Mutter hat Recht, die Hecken müssen geschnitten werden. Warum das unbedingt im Juni sein muss, dafür suche ich seit 40 Jahren nach einer Begründung. Über “Weil das schon immer so war!”, und “Weil alle das im Juni machen!” bin ich mit meinen Forschungen nach dem Sinn dieser alten Bauernweisheit noch nicht hinausgekommen. Da das Zusammentreffen der Faktoren “Nicht zu heiß / nicht zu nass / kein Sonn- und Feiertag / Zeit” bei mir schon mehrmals erst in den Juli oder August fiel, weiß ich jedenfalls, dass das den Hecken nichts ausmacht, wann sie geschnitten werden.
Nach dem Bundesnaturschutzgesetz darf man vom 1. März bis zum 30. September einschließlich keine Hecken schneiden. Das gilt aber nur für den radikalen Rückschnitt bis auf den Stamm. Pflege- und Formschnitt sind ausdrücklich von diesem Verbot ausgenommen. Was immer wieder zu interessanten Gesprächen mit vorbeispazierenden Neubürgern führt. Die kennen den Unterschied zwischen Formschnitt und Rückschnitt zwar nicht. Weil sie aber Grün wählen und ins Grüne gezogen sind, halten sie sich auch für Grün-Experten. Einer dieser Vögel hat mich mal wirklich nachhaltig von der Arbeit abgehalten. Ein Schritt in seine Richtung mit der laufenden Bosch-Heckenschere (550 Watt, 50er-Schwert) beendete die Diskussion dann aber. Dass Pflege- und Formschnitt ausgerechnet im Juni durchzuführen sind, steht in dem Gesetz übrigens nicht.
In der verbotenen Stadt ist bekanntlich alles anders. Statt von Weißdorn wird mein Freizeit-Domizil dort von ortsüblichen Buchen-Hecken begrenzt. Kein Wunder, dass die da so eine hohe Einbruchs-Quote haben. Das liegt nämlich keineswegs nur an hier überproportial vertretener südosteuropäischer Fachkenntnis auf diesem Gebiet, das liegt auch an den Buchenhecken. Einbrecher kommen nun mal gern durch den Garten. Und so eine Buchenhecke, die hält ja mangels Dornen nix und niemanden ab, da geht man ja so durch.
Geschnitten werden müssen sie aber auch, die Buchen. Deshalb wollte ich mich am Samstag in dieser Disziplin schon mal in Dortmund warmlaufen, bevor es nächste Woche In Burgaltendorf an die “richtigen” Gehölze geht. Wo man die Arbeit hinterher wenigstens auch sieht, weil Hände und Arme komplett verkratzt sind. Funktionierte aber nicht.
H. hatte nämlöch Vogelnester entdeckt, an mehreren Stellen. 2 x Amsel, 1 x Drossel. Das wundert mich nicht, gefühlt habe ich vor zwei Wochen morgens noch Eis gekratzt. Die Natur ist in diesem Jahr eben etwas später dran. Jetzt könnte ich diesen Vögeln natürlich sagen: “Hömma, macht euch vom Acker, bzw. ausse Hecke, die muss geschnitten werden. Ist schließlich Juni!” Diese Ansprache würde vermutlich nur auf beamselte Blicke und gedrosseltes Verständnis stossen. Deshalb werde ich mit dem Schnitt noch warten. Zur Not bis Juli. Den Hecken, ob Buche oder Weißdorn, ist das egal, da bin ich mir sicher.
Meiner Mutter und den Leuten nicht, ist auch klar. Aber vielleicht hilft ja dieses Foto:
Darf ich als Konservativer eigentlich noch vögeln? Ich meine, nicht mit Kindern, ich meine: So ganz traditionell mit einer erwachsenen Frau? Auch wenn die politisch falsch gepolt ist?
Die Frage ist mir heute gekommen, als ich von den Forderungen des Herrn Cem Özdemir gehört habe. Das Rauchverbot in der Öffentlichkeit haben die Grün-Linken ja schon eingeführt, auch in Gaststätten die Wirte um ihr Hausrecht enteignet. Das generelle Tempolimit von 30/80/100 haben sie noch nicht de jure durchgesetzt, aber de fakto. Oder was glaubt ihr, was die Lehrer wählen, die auf einer eigentlich unlinmitierten Autobahn mittags in ihren Volvos mit durchgehend Tempo 80 stur auf der linken Spur nach Hause fahren?
Jetzt gibt es diese neue Forderung, von Grünen-Chef Cem Özdemir auf seiner Facebook-Seite erhoben. Er hat es als Bitte formuliert, vorläufig. Wer den Erziehungs- und Reglementierungswahn von Grün-Links kennt, für den klingt es eher wie eine Drohung:
„Ein persönliche Bitte: Liebe konservative Politiker, tut was ihr wollt und tut es wo ihr wollt, aber bitte lasst den Rock´n´Roll in Ruhe. Erst von und zu Guttenberg bei ACDC, jetzt Wulffs bei Springsteen. Was kommt noch? Kauder bei Manu Chao? Diese Musik steht so ziemlich für das exakte Gegenteil Eurer Politik. Wann stellt Seehofer, natürlich in der BILD, seine Sex Pistols Plattensammlung vor? Gnade BILD & Co. Habt Erbarmen. Cem“
So rein optisch, mit seiner modischen Kurzhaarfrisur und meist im Anzug gewandet, hätte ich den Herrn Özdemir ja eigentlich genauso wenig unter die Rock-Fans eingeordnet wie die von ihm angeprangerten konservativen Politiker. Moralisch steht er natürlich auf einer höheren Stufe. Jedenfalls, wenn man vergessen hat, dass er sich 2002 von dem Politik-PR-Berater Moritz Hunzinger 80.000 Euro „geliehen“ hat. Oder dass er die bei seinen vom Bundestag bezahlten Flügen angesammelten Bonus-Meilen seinem privaten Konto gutschreiben ließ. Aber das ist ja „Verdamp lang her“.
Das war jetzt ein BAP-Zitat, ist mir so rausgerutscht. Als Konservativer darf ich laut Herrn Özdemir diese Musik ja gar nicht kennen, weil ich sie nicht hören darf. Aber was darf ich denn hören?
Hilfreich wäre, wenn Herr Özdemir mal einen verbindlichen Kanon aufstellen würde, vielleicht mit Unterstützung der Fachfrau Claudia Roth. Vielleicht können wir dann etwas kungeln, als Grünen-Chef ist man ja kungeln gewohnt. Auf „Ton, Steine,Scherben“ zu verzichten, würde mir übrigens leicht fallen. Hannes Wader wäre auch kein Problem. Was ist mit Konstantin Wecker, der alten Koks-Nase? Ist zwar kein Rock, gehört aber trotzdem euch, befürchte ich. Würde ich tauschen gegen Reinhard Mey. Und das „Money, Money, Money“ von Abba könnt ihr auch haben, wenn ich dafür „Money“ von Pink Floyd und „Money for nothing“ von den Dire Straits behalten darf. Wie wär`s, Herr Özdemir, kommen wir da ins Geschäft? Wo wir gerade beim Thema sind: Was ist eigentlich mit Jonny Cash? Die Stones und die Hosen sind übrigens keinesfalls verhandelbar. Wenn ihr mir die auch noch nehmen wollt, ziehe ich mich mit einem batteriebetriebenen Cassettenrecorder in den Dschungel vor meiner Redaktion zurück. Wie Rambo.
Womit wir bei Filmen und Schauspielern sind. Das wird ja nach der Musik wohl das nächste Thema der Gesinnungspolizei sein. Zum Glück sind Humphrey Bogart und Bruce Willis in ihren Filmen nicht als Mülltrenner, dafür aber als durchaus leistungsbereit und prinzipienfest hervorgetreten. Zum Glück also eher nix für euch Grün-Linke. Den Film „Titanic“ als Symbol des Kapitalismus, der an der Überwindung der Natur scheitert, könnt ihr dafür gern behalten.
Und was ist mit Fußball? Das Thema liegt mir sehr am Herzen, und ich möchte als Konservativer wirklich nicht Bayern-, Bayer- oder Wolfsburg-Fan werden müssen, weil Herr Özdemir mir das vorschreibt. Sondern weiter einem Arbeiterverein aus dem Ruhrgebiet anhängen dürfen, in dem keiner von euren rot-grünen Politikern im Aufsichtsrat sitzt.
Bei den Drogen werden wir uns leicht einig, ihr behaltet die Pillen und das Gras und wir das Bier und den Genever.
Bleibt noch die Sache mit dem Sex. Ich stehe nun mal zum Verrecken nicht auf kleine Kinder oder erwachsene Männer. Auch da bin ich eher konservativ: Ich stehe ausschließlich auf Frauen. Speziell auf eine. Und die, ich gestehe, „steht für das exakte Gegenteil“ unserer konservativen Politik, gehört zu eurem rot-grünen Lager. (Das war jetzt verdammt viel “stehen” in wenigen Sätzen…) Darf ich sie trotzdem weiter lieben, ohne einen schwarzgelben Stern tragen zu müssen? Wenn wir jetzt einen schriftlichen Antrag an die Gesinnungspolizei stellen, natürlich in zweifacher Ausführung und von beiden Partnern unterschrieben, könnten Sie da vielleicht noch mal ein gutes Wort für mich einlegen, Herr Özdemir? Haben Sie Erbarmen, Cem. Auch unter Pol Pot soll es Ausnahmen gegeben haben.
„Methoden wie in einem südamerikanischen Diktatur-Regime“ – solche Vorwürfe musste sich die Polizei Dortmund wegen ihrer Einsatztaktik bei den Demonstrationen der Links- und Rechtsradikalen zum 1. Mai anhören. Zum einen, weil die vorgeschriebene Strecke der Demonstrationszüge, die auf unterschiedlichen Wegen zum Wattenscheider Lohrheide-Stadion geführt wurden, für die Teilnehmer beider Gruppen zu Fuß unzumutbar weit gewesen wäre. „30 Kilometer! Unsere Unterstützer leiden bekanntlich an Plattfüssen, hervorgerufen durch das jahrelange Tragen von Springerstiefeln. Hinzu kommt der bekannte Bluthochdruck. Wenn unsere Leute fit wären – ja, glauben Sie denn, die müssten sich dann immer gleich zu mehreren auf ausgemergelte Migranten stürzen?“ beschwerte sich der Anmelder der Nazi-Demonstration.
Ähnlich klingen die Beschwerden der radikalen Linken: „Wenn Menschen, die sich wegen jahrelangem Drogen- und Alkoholkonsum kaum auf den Beinen halten können, 30 Kilometer zu Fuß marschieren müssen, dann verstößt dieser Polizeistaat gegen die Menschenrechte!“
Auf der gemeinsamen Pressekonferenz versuchten beide Gruppen so, ihre geringen Erfolge beim Kampf gegen die Staatsmacht in diesem Jahr zu rechtfertigen. Ein paar Festnahmen wegen Steinwürfen auf Beamte (Linke), ein paar Beleidigungen (Rechte)- das war das magere Ergebnis. Die kritischen Fragen von Journalisten, warum sich die Trikots beider Mannschaften mittlerweile kaum noch unterschieden, wurden von den Veranstaltern nicht beantwortet. Sie beklagten stattdessen die infame negative Beeinflussung der Bevölkerung im Vorfeld. Denn die Anwohner hatten absolutes Desinteresse am Demonstrationsgeschehen gezeigt. „Kein Wunder, dass sich keine Sau für unsere Aktionen interessiert: Die Staatsmacht hat extra am Vorabend ein Fußballspiel organisiert, deshalb lagen die Anwohner heute Nachmittag noch besoffen im Bett! Das war psychologische Kriegsführung gegen uns!“ wetterten bei Seiten. Im Lohrheidestadion, wo beide Gruppen zusammengeführt wurden, habe es keinen Schatten gegeben, die Sonne habe erbarmungslos gebrannt. Deshalb sei es auch zu keinem zählbaren Ergebnis beim Austausch ihrer Argumente auffem Platz gekommen. „Ein paar blutige Nasen, das war`s. Die Stadtverwaltung in Dortmund muss sich überlegen, was sie will. Wenn das so weitergeht, spielen wir beim Thema 1. Mai nicht mehr in der ersten Liga. Dann laufen uns Berlin und Hamburg endgültig den Rang ab!“ betonten beide Seiten in einem gemeinsamen, abwechselnd vorgetragenen Communique.
Die Polizei, so hört man, kann damit leben. Von der Stadt, deren OB Sierau noch in der Nacht zuvor eine siegestrunkene Botschaft an die Borussia-Fans abgesetzt hatte, war dazu nichts zu hören. Die Stadt soll aber bereit sein, bei diesem Thema den Abstieg in die Regionalliga hinzunehmen und auf Schlagzeilen zu verzichten, da Mai-Demos und Mai-Krawalle sie nicht interessieren, da sie nicht den BVB betreffen.
Die Maikrawalle haben jetzt auch die bürgerlichen Stadtteile Dortmunds erreicht. Hier ein kurzes Video, was sich gerade, am 01. Mai um 19:04 Uhr, direkt vor unserer Haustür abspielte. Natürlich war mal wieder weit und breit keine Polizei zu sehen, um diesem asozialen Treiben Einhalt zu gebieten.
Wenn man in Deutschland fernsehen will, aber auch, wenn man das nicht will, muss man eine Zwangsabgabe für die öffentlich-rechtlichen Sender bezahlen. Dann bekommt man die sogenannte „Grundversorgung“. Verfilmungen von Rosamunde Pilcher gehören dazu, wegen der Relevanz. Fußball nicht. Oder nur selten. Jedenfalls keine Bundesliga-Liveübertragungen. Die muss man bei einem anderen Bezahlsender zusätzlich kaufen: bei SKY.
Wenn man dort das Bundesliga-Paket bestellt, kann man Bundesligamannschaften zusehen, wenn sie gegen andere Bundesligamannschaften kicken. Das sind dann aber auch keine kompletten Partien, wie man meinen könnte, sondern nur ca. 60 Minuten eines jeden Spiels. Die restliche Zeit wird durch zigfache Wiederholungen von Beinahe-Chancen, Trainern in Großaufnahme und Bildern von besonders lustigen Fans gefüllt. Oder Grafiken, auf denen man erkennt, dass die eine Mannschaft von links nach rechts und die andere von rechts nach links spielt. Und gaaaanz viel Werbung. Und Lothar Matthäus und Effe als Höchststrafe.
Wenn Bundesliga-Mannschaften gegen Teams aus anderen europäischen Ländern spielen, gehört das nicht zum Bundesligapaket. Das heißt dann Champions League (CL) und gehört zum Sport-Paket, das kostet noch mal extra. Zusätzlich zur staatlich verordneten Grundversorgung und dem SKY-Bundesligapaket. Weil in CL-Spielen bis zu einer bestimmten Phase, so ziemlich zum Schluß, ja nur 50 Prozent Bundesliga drin ist.
Wenn der Fan mit seinem zusätzlichen Sportpaket das alles gucken muss, was er dann schließlich bezahlt hat, und den kompletten Rest der Zeit arbeiten geht, um das bezahlen zu können, was er gebucht hat, fragt sich mancher Fan: Ja, wo bleibt dann die Zeit zum Bierholen? Und: Was interessiert mich Bayer Leverkusen? Dann verzichtet auch der Hardcore-Fußball-Fan womöglich auf das zusätzliche Sport-Paket.
Das hat sich wohl auch SKY gedacht. Deshalb haben sie die Möglichkeit erfunden, aus dem Sport-Paket nur einzelne Spieltage der Champions-League dazu zu buchen. Das “Tagesticket” kostet pro Spieltag 15 Euro. Wenn man im Ruhrgebiet oder bestimmten Gegenden Bayerns wohnt, kann das immer noch ganz schön ins Geld gehen. Hoffenheim, Du hast es besser.
Aber Hoffenheimer sind ja nur die wenigsten. Und Stadion-Tickets wären noch teurer. Und in der Kneipe, mit den ganzen Event- und Konjunktur-Fans, die die meiste Zeit dummes Zeug erzählen – unerträglich. Als ob man Fußball zum Spaß guckt.
Das ist harte Arbeit, und dabei will man rauchen. Geht in der Kneipe ab morgen, 1. Mai, also ab Bayern gegen Barcelona, nicht mehr. Da greift in NRW das Raucher-Bevormundungsgesetz. Beinhaltet in Kurzform: Die Landesregierung hat entschieden, dass es besser für mich ist, wenn ich in der Kneipe beim Fußball sofort am Herzinfarkt krepiere, als langsam am Lungenkrebs durch die Kippen, mit denen ich mich abreagiere, um keinen Herzkasper zu bekommen. Als Alternative zur Kneipe bleibt also nur SKY. Denn zuhause auf der Couch, in seinen eigenen vier Wänden, darf man beim Fussek rauchen. Noch.
Zum Glück bietet SKY seinen treuen Zuschauern ein Sonderangebot an. Das lief am letzten BuLi-Spieltag als Laufband durch das von Werbeeinblendungen verschonte Achtel des Bildschirms: Wenn man sich bis Dienstag Mittag ein Tages-Ticket bucht, bekommt man den ganzen CL-Spieltag, also BVB gegen Real am Dienstag abend und Bayern gegen Barca am Mittwoch abend, dem 1. rauchfreien Tag in NRW-Kneipen, für nur 15 Euro zu sehen.
Wo ist denn da das Sonderangebot, oder schreibt der Schweres wieder nur Schwachsinn, wird sich der Leser fragen, der bis hier her folgen konnte. Das Sonderangebot liegt laut SKY im Normalpreis. Wer das Pech hat, Dienstag Mittag zum Beispiel noch arbeiten zu müssen und sich erst Dienstag abend, kurz vorm Real-Spiel, bei SKY dafür anmeldet, zahlt nämlich satte 20 Euro. Ob das jetzt ein Drittel oder sogar ein Viertel mehr ist, mag jeder selbst ausrechnen. Jedenfalls sind es 5 Ocken mehr, mal eben so.
In den Bundesligastadien gibt es das schon länger, bei den Ticketpreisen, da heißt das „Topzuschlag“: Wenn es gegen Bayern, den BVB oder S04 geht, die immer viele Fans mitbringen, oft mehr, als es Gästekarten gibt, wird der Preis für diese Gästekarten einfach angehoben. Die Unverfrorenheit, den Topzuschlag zum Normalpreis und den Normalpreis zum Sonderangebot zu deklarieren, haben die Vereine bisher aber noch nicht gewagt.
Das traut sich nur SKY.
Es sei denn, es handelt sich um eine stillschweigend eingeführte Preiserhöhung. Also, dass ab dem 1. Mai diese 20 Euro zum Normalpreis für einen zusätzlich gebuchten Spieltag der Champions League sind. Weil SKY vielleicht davon ausgeht, dass in NRW („hier schlägt das Herzu des Fußballs“) demnächst wegen des Rauchverbots weniger Leute in SKY-Kneipen Fußball gucken und das lieber zu Hause tun. Auffällig ist jedenfalls, dass SKY den Zuschlag für die Hinspiele nicht genommen hat. Da gab es aber auch noch kein Rauchverbot in NRW.